Es ist drei Uhr morgens, der Kaffee ist kalt, und der Cursor auf dem leeren Bildschirm blinkt unbarmherzig wie ein Ankläger. In genau diesen Momenten der Verzweiflung, wenn der akademische Druck die Luft zum Atmen nimmt, greifen immer mehr Studierende zum letzten Rettungsanker. Das Phänomen ist längst kein Einzelfall mehr, sondern ein offenes Geheimnis in den Fluren der Universitäten, über das erst kürzlich auch auf hna.de berichtet wurde. Es geht nicht nur um Faulheit oder Unvermögen, sondern oft um eine systemische Überforderung, die junge Menschen in eine moralische Grauzone treibt.
Dabei beginnt das Dilemma oft schleichend, fast unschuldig mit der Suche nach ein wenig Unterstützung beim Lektorat oder der Gliederung. Doch der Schritt von der legitimen Hilfe zur vollständigen Auftragsarbeit ist kurz und finanziell verlockend einfach. Wer einmal die Hemmschwelle überschritten hat, findet sich in einem ethischen Minenfeld wieder, das weit über das bloße Schummeln hinausgeht. Es ist eine Entscheidung, die das eigene Selbstbild dauerhaft verändern kann.
